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Trading Mythos
Börse gang und Kapitalerhöhungen
Wenn ein Unternehmen an der Börse (geregelter Markt) notiert, ergibt sich der Wert des Unternehmens- und damit der Preis seiner
Aktien - aus Angebot und Nachfrage. Schwierig ist hingegen die Festlegung eines Unternehmenswertes, wenn das Unternehmen noch nicht
an der Börse notiert. Bei einer Ersteinführung (IPO) strebt der bisherige Eigentümer einen möglichst hohen Erlös an,
die Anleger hingegen wünschen einen möglichst niedrigen Kaufpreis.
Das Bookbuilding-Verfahren
Das Bookbuilding-Verfahren ist eine Methode zur Bestimmung eines marktgerechten Emissionspreises bzw. Emissionsvolumens bei einer
Markt-Neueinführung: Potenzielle institutionelle Investoren geben unverbindlich bekannt, welche Volumina sie zu welchen Preisen innerhalb
eines bestimmten Preisbandes kaufen würden. Anhand dieses fiktiven Auftragsbuches werden dann Emissionspreis und Emissionsvolumen
festgelegt. Im Gegensatz dazu wird beim herkömmlichen Festpreisverfahren der Emissionspreis ausschließlich von der konsortialführenden
Bank und dem Emittenten - also dem Unternehmen, das Wertpapiere begibt - bestimmt
Die Kapitalerhöhung
Eine Kapitalerhöhung ist die Beschaffung von Eigenkapital durch die Erhöhung des Grundkapitals einer Aktiengesellschaft. Ihr muss stets ein
Beschluss der Hauptversammlung vorangegangen sein. Bei einer Kapitalerhöhung gegen Bareinlagen werden den Altaktionären mittels
Bezugsrecht so genannte "Junge Aktien" zu einem festen Preis und in einem bestimmten Verhältnis zu ihrem bisherigen Aktienbesitz überlassen.
Sobald die "Jungen Aktien" den "Alten Aktien" gleichgestellt sind, entfällt die Bezeichnung "Junge Aktien".
Das Bezugsrecht
Ein spezielles Vorkaufs- oder Bezugsrecht stellt sicher, dass nach Kapitalerhöhungen oder Kapitalberichtigungen der bisherige Anteil eines
Aktionärs erhalten bleibt. Dieses Recht ist während einer bestimmten Frist handelbar. Der Preis des Bezugsrechts liegt grundsätzlich in Höhe
der Preisdifferenz der Aktie vor, kann aber nach der Bekanntgabe der Kapitalerhöhung durch Angebot und Nachfrage deutlich verändert werden.
Exchange Traded Funds = ETFs
Exchange Traded Funds (ETFs) sind Fonds, die an von Börse Unternehmen betriebenen Märkten notieren und permanent gehandelt
werden können. Sie stellen ein ebenso flexibles und liquides Anlagemedium wie Aktien dar, nicht zuletzt deshalb weil sie von mindestens
einem Market Maker betreut werden.
Net Asset Value und indicative Net Asset ValueDer Net Asset Value (NAV) wird einmal täglich von der Fondsgesellschaft geliefert.
Er gibt den Wert des Portfolios zu einem festgelegten Zeitpunkt an.
Im Gegensatz dazu wird der Indikative NAV fortlaufend für alle an den Märkten der Wiener Börse AG gehandelten Indexfonds berechnet.
Die Fondsgesellschaft meldet vor Handelsbeginn das aktuelle Portfolio an den Indexprovider.
So wird z.B. der indikative NAV für den ATX vom Indexprovider Wiener Börse AG berechnet.
Dieser berechnet den indikativen NAV dann fortlaufend für das Tages-Portfolio aus den aktuellen Marktpreisen.
Die Berechnung des Indikativen NAV gewährleistet hohe Transparenz zur Überprüfung der Übereinstimmung zwischen Inventarwert
des Fonds und dessen Preis. Alle Indikativen NAVs sind im Preisinformationssystem der Wiener Börse dargestellt.
Futures & Optionen
Termingeschäfte: Bedeutung und Strategien
Termingeschäfte sind kein Selbstzweck, sondern haben wichtige Funktionen. Und eine - manchmal problematische - Nebenwirkung:
Auf Grund hoher Gewinn- und Verlustchancen können derivative Finanzinstrumente ganze Märkte oder Währungssysteme beeinflussen.
Bedeutung für Anleger: Derivate eröffnen dem Anleger die Möglichkeit, bei einem im Voraus kalkulierbaren Risiko überproportionale
Gewinne zu erzielen (aber auch einen Totalverlust zu erleiden). Er kann das Risiko gezielt vermindern (hedgen) oder erhöhen (traden).
Manager von Fonds sichern ihr Portfolio gegen Preisverluste und Zinsschwankungen ab, indem sie sich zum Beispiel über eine
Verkaufsoption einen bestimmten Preis bzw. Zinssatz sichern. Bedeutung für Unternehmen: Exportorientierte Unternehmen beispielsweise
können sich gegen das Wechselkursrisiko absichern, indem sie sich über eine Währungsoption einen bestimmten Wechselkurs sichern.
Die Grundstrategien
Derivate sind beliebte Absicherungs- und Spekulationsinstrumente, die vielfältige Möglichkeiten bieten, wobei die Risikobereitschaft
ganz individuell festgelegt werden kann. Folgende Grundstrategien stehen zur Verfügung:
Hedger verwenden Optionen und Futures, um zum Beispiel ein Aktienpaket gegen mögliche Preisverluste abzusichern.
Die Begrenzung von Preisverlusten ist durch den im Voraus fixierten Verkaufspreis gegeben.
Trader versuchen mit Optionen und Futures hohe Gewinne zu erzielen, allerdings auch mit sehr hohem Risiko.
Der Erwerb des Basiswertes steht dabei im Hintergrund. Lediglich die rasche Wertveränderung zählt.
Sowohl bei steigenden als auch bei fallenden Preisen können Gewinne erzielt werden - wenn die Markteinschätzung stimmt.
Arbitrageure nutzen Preisunterschiede gleichwertiger Positionen am Kassa- und Terminmarkt, um daraus risikolosen Gewinn zu erzielen.
Die Grundpositionen
Bei Optionen gibt es vier Grundpositionen:
Long Call
- Bei dieser Investitionsstrategie geht der Anleger (Inhaber) von stark steigenden Märkten aus.
Short Call
- DieMarkterwartung eines Anlegers bezüglich der Preisentwicklung ist neutral bis leicht rückläufig.
Long Put
- Der Anleger erwartet eine kurzfristige stark fallende Preisentwicklung.
Short Put
- Der Anleger erwartet eine neutrale oder kurzfristige leicht steigende Preisentwicklung
Zertifikate
Garantie-Zertifikate
Garantie-Zertifikate eignen sich für Anleger, die an steigenden Märkten partizipieren, aber bei fallenden Preisen auf
Nummer Sicher gehen wollen. Eine garantierte Rückzahlung des gesamten oder zumindest eines hohen Prozentsatzes des Nominalbetrags
ist ihnen wichtig. Mit Garantie-Zertifikaten haben Investoren die Möglichkeit, vom Anstieg der Aktienpreise zu profitieren, ohne dabei ihr
eingesetztes Kapital zu riskieren. Garantie-Zertifikate sind mit einer bestimmten Laufzeit ausgestattet; der Emittent gibt eine
entsprechende Garantie für eine Rückzahlung des eingesetzten Kapitals am Ende der Laufzeit ab.
Garantie-Zertifikate gibt es in den vielfältigsten Varianten: mit einer vollen Kapitalgarantie, mit einer geringeren Kapitalgarantie
(z. B. 90 Prozent), aber dafür höheren Gewinnchancen; es gibt aber auch Zertifikate, die mit einer über 100 Prozent liegenden
Kapitalgarantie, beispielsweise mit 112 Prozent, ausgestattet sind und dem Anleger durch die damit verbundene
Fixverzinsung eine höhere Sicherheit bieten.
Bonus- / Teilschutz-Zertifikate
Anleger setzen bei ihrer Geldanlage auf Sicherheit, wollen aber trotzdem an den Gewinnchancen am Aktienmarkt teilhaben.
Ein direktes Investment kommt aufgrund des erhöhten Risikos von seitwärts tendierenden oder fallenden Preisen nicht in Frage.
In diesem Fall ist das Bonus und Teilschutz-Zertifikat das richtige Produkt. Das Besondere dieser Anlageform ist, dass selbst bei fallenden
Preisen attraktive Renditen erzielt werden können. Bonus- und Teilschutz-Zertifikate bieten einen echten Mehrwert gegenüber einem direkten
Investment. Denn kein anderes Produkt bietet einem derart großen Sicherheitspolster mit der gleichzeitigen Chance auf ungeteilte Partizipation
an steigenden Preisen. Ein Bonus- und Teilschutz-Zertifikat kann sich entweder auf eine Aktie oder einen Index beziehen.
Das Produkt entwickelt sich entsprechend dem Basiswert, ist allerdings vor Preisrückgängen durch den zuvor genannten
Sicherheitspolster geschützt. Das Bonus-Niveau wird bei Emission oberhalb des Preises des Basiswerts festgelegt, die Barriere unterhalb fixiert.
Dieser Sicherheitspuffer kann sogar bis zu 50 Prozent unterhalb des Preisniveaus zum Emissionszeitpunkt des Zertifikates festgelegt werden.
Die Auszahlung selbst ist von der Entwicklung der zugrunde liegenden Aktie oder des Index abhängig.
Fällt der Basiswert während der Laufzeit niemals auf oder unter die Barriere, erhält der Investor am Laufzeitende den Emissionspreis
zuzüglich der Bonus-Zahlung vom Emittenten. Das bedeutet, dass auch bei einem Preisrückgang der Aktie oder des Index ein positiver
Ertrag erzielt werden kann. Liegt der Preis des Basiswerts zum Stichtag über dem Bonus-Level, dann bekommt der Anleger eine
Rückzahlung in der Höhe dieser Wertentwicklung.
Verluste können eintreten, wenn der Basiswert die bei Beginn der Laufzeit festgesetzte Barriere verletzt. Wird diese Grenze berührt
oder unterschritten, dann entfällt die Bonuszahlung und das Zertifikat verwandelt sich in ein ganz normales Direktinvestment:
Der Anleger erhält als Rückzahlung den Gegenwert des Basiswerts ausbezahlt. Steigen die Preise anschließend wieder an,
so partizipiert der Anleger 1:1 an den Preisgewinnen.
Discount-Zertifikate
Anleger wollen an dem Aufwärtspotenzial einer Aktie oder eines Index partizipieren, jedoch gleichzeitig ihr Risiko reduzieren.
Der Investor rechnet aber auch damit, dass der Anstieg nicht geradlinig verlaufen, sondern der Preis leicht fallen oder seitwärts
tendieren könnte. Ein direktes Investment in den Wert erscheint somit nicht ratsam. In dieser Situation und unter Verzicht auf den
unlimitiert möglichen Gewinn ist das Discount-Zertifikat das richtige Produkt für Anleger. Discount-Zertifikate können Verlustrisiken
reduzieren. Sie werden gegenüber der zugrunde liegenden Aktie mit einem Rabatt gehandelt, d. h., der Anleger kann das Zertifikat zu einem
geringeren Preis kaufen als den Basiswert, der dem Zertifikat zugrunde liegt. Dieser Preisabschlag, der so genannte Discount, sichert jedoch
nicht nur einen Renditevorsprung gegenüber dem Direktinvestment, sondern bildet auch einen Risikopuffer. Verluste erleiden Anleger erst,
wenn der Basiswert unter das Kaufniveau des Discount-Produktes sinkt. Das Discount-Zertifikat bietet somit den Vorteil, auch in seitwärts
tendierenden Märkten oder bei leicht sinkenden Preisen eine positive Rendite zu erzielen. Der anfängliche Discount baut sich bis zum Verfallstag
vollständig ab. Daraus resultiert dann ein Gewinn. Das Discount-Zertifikat entwickelt sich in ähnlicher Weise wie die Aktie oder der Index,
auf den es sich bezieht. Im Unterschied zu einem Direktinvestment verfügt das Produkt aber im Allgemeinen
(Ausnahme: so genannte "Rolling-Discount-Zertifikate") über eine begrenzte Laufzeit
Aktienanleihen
Aktienanleihen sind Wertpapiere für tendenziell sicherheitsorientierte Anleger, die in steigenden oder seitwärts tendierenden Märkten
auf überdurchschnittliche Zinszahlungen setzen und dafür bereit sind, Aktienrisiko einzugehen. Aktienanleihen beziehen sich in der Regel
auf Aktien und sind damit an die Preisentwicklung des Basiswerts gekoppelt. Sie sind wie Anleihen mit einem Kupon ausgestattet,
der Zinszahlungen garantiert, allerdings wird die Rendite einer Aktienanleihe deutlich über der einer Anleihe liegen.
Am Ende der Laufzeit wird dem Anleger der Emissionspreis entweder in bar zurückgezahlt oder er erhält eine zuvor festgelegte Zahl
von Aktien. Die Zinsen werden vom Emittenten in jedem Fall ausbezahlt. Notiert die Aktie am Ende der Laufzeit auf oder über dem
vereinbarten Basispreis, so wird die Bank den Nominalbetrag der Anleihe in bar zurückzahlen. Sinkt der Preis der zugrunde
liegenden Aktie jedoch unter eine bestimmte, bei Emission festgelegte Schwelle, den so genannten Basispreis,
liefert der Emittent die jeweilige Aktie in vordefinierter Anzahl. Der Geldwert dieser Aktien errechnet sich aus der vereinbarten
Aktienzahl multipliziert mit dem Aktienpreis. Der Preis einer Aktienanleihe notiert in Prozent des Nennbetrags. 100 Prozent
entsprechen dem Nennbetrag von 1.000 Euro, 90 Prozent einem Betrag von 900 Euro und 110 Prozent entsprechen 1.100 Euro
Express-Zertifikate
Anleger suchen eine Geldanlage mit überdurchschnittlichem Ertrag in einem kurzen, definierten Zeitraum. Darüber hinaus gehen
sie davon aus, dass die Märkte in dieser Zeit entweder seitwärts tendieren oder leicht steigen. Express-Zertifikate bilden die Preisbewegung
einer Aktie oder eines Index nach. Die Entwicklung einer Aktie gegenüber dem Startpreis wird in der Regel einmal jährlich an einem
Stichtag überprüft. Liegt der Preis zu diesem Zeitpunkt über dem Ausgangswert, so stellt der Emittent das Zertifikat fällig und zahlt dem
Anleger den Emissionspreis vollständig zurück. Darüber hinaus erhält der Investor einen zuvor festgelegten Ertrag.
Anleger wissen daher bereits beim Kauf des Produktes, wann und vor allem unter welchen Bedingungen sie mit einer "Prämie"
rechnen können. In der Regel haben Express-Zertifikate eine mehrjährige Laufzeit, bieten aber zu den Stichtagen die Chance auf vorzeitige
Rückzahlung. Erreicht das Express-Zertifikat zum Stichtag das festgelegte Preisniveau nicht, so wird das Zertifikat um ein weiteres Jahr
verlängert und es erfolgt eine neuerliche Überprüfung zum Bewertungsstichtag. Notiert das Produkt dann über dem Startpreis,
so kündigt die Bank das Zertifikat und zahlt dem Anleger einen höheren, oftmals doppelten Kupon. Der ausgefallene Zusatzbetrag ist
somit nicht verloren. In der Regel gilt: Je später die Rückzahlung erfolgt, desto höher steigt der Kupon. Schafft es der Preis der Aktie
oder des Index nicht, den Ausgangswert bis zum letzten Bewertungsstichtag zu übertreffen, so entsteht dem Anleger unter bestimmten
Voraussetzungen kein Verlust des eingesetzten Kapitals. In diesem Fall kommt nämlich eine Sicherheitsschwelle zum Einsatz,
die Preisrückschläge bis zu einem vorher definierten Wert auffängt. Üblicherweise liegt die Schwelle bei 60 bis 80 Prozent des Anfangswerts.
Nur bei noch stärkeren Preisrückgängen sind Verluste entsprechend der Entwicklung des Basiswerts möglich.
Outperformance-Zertifikate
Anleger wollen kurzfristig von einem starken Anstieg einer Aktie oder eines Index überproportional profitieren.
Mit Outperformance-Zertifikaten können Anleger gehebelt am Preisanstieg des Basiswerts teilhaben und erhöhen so ihre Chancen
im Vergleich zu einem direkten Investment. Gleichzeitig rechnen sie mit deutlich steigenden Preisen. Mit Outperformance-Zertifikaten
kann bereits bei moderat steigenden Märkten eine überdurchschnittliche Entwicklung erreicht werden. Anleger kaufen dieses
Produkt in der Regel zu einem ähnlichen Preis wie die Aktie oder den Index. Wird der zuvor festgelegte Startpreis des Basiswerts überschritten,
so können Anleger von den Preisgewinnen überproportional profitieren. Ermöglicht wird dies durch einen eingebauten Hebel,
der ab einer gewissen Schwelle für eine überdurchschnittliche Performance sorgt. Die Höhe des Gewinns ist abhängig von der so
genannten Partizipationsrate. Sie gibt an, um wie viel mehr das Zertifikat gegenüber dem Basiswert steigt. Üblicherweise liegt die
Partizipationsrate zwischen 120 und 200 Prozent, was einem Hebel von 1,2 bis 2 entspricht. Je stärker der Basiswert steigt,
umso mehr profitiert der Anleger, da ab einer bestimmten Schwelle der Gewinn stärker wächst als der Preis des Basiswerts.
Fällt der Kurs des Basiswerts, so verhält sich das Outperformance-Zertifikat 1:1 wie die zugrunde liegende Aktie oder der Index.
Der Hebel wirkt also nur bei steigenden Preisen.
Basket- / Themen-Zertifikate
Mit Basket- und Themen-Zertifikaten können Anleger bereits mit geringen Beträgen an komplexen Handels- und
Investmentstrategien teilhaben, die bislang nur Profis vorbehalten waren. Geeignet sind diese Zertifikate für Investoren,
die von der Dynamik und vom langfristigen Erfolg einer Branche, eines Landes oder einer Region überzeugt sind und
am Ertragspotenzial speziell dieses Bereichs partizipieren möchten, aber das Risiko meiden wollen, in einzelne Wertpapiere zu investieren.
Bei Themen-Zertifikaten handelt es sich um Investments, denen Werte aus einer bestimmten Branche oder zu einem bestimmten Thema
(Immobilien, Rohstoffe, Währungen etc.) zugrunde liegen. Der Kreativität der Emittenten sind hier keine Grenzen gesetzt:
Von Wasser über Bioenergie bis hin zu Wein werden Zertifikate für immer neue Themen entwickelt. Darüber hinaus bieten
Basket- und Themen-Zertifikate die Möglichkeit, bereits mit geringen Beträgen in Anlagestrategien zu investieren,
die Anlegern bislang aufgrund ihrer Komplexität verschlossen waren. Die thematisch zusammenpassenden Werte werden in einem
"Korb" (engl. "basket") gebündelt (daher werden diese Zertifikate häufig auch als "Basket-Zertifikate" bezeichnet),
der die Performance der darin enthaltenen Werte widerspiegelt. Anleger partizipieren in der Regel 1:1 an deren Wertentwicklung.
Waren Basket- und Themenzertifikate ursprünglich eher statisch konzipiert, so sind viele Papiere nunmehr in ihrem Aufbau flexibel.
Neben der Möglichkeit, einzelne Aktienwerte gegeneinander auszutauschen, können diese auch unterschiedlich gewichtet sein -
etwa nach Größe und Bedeutung des Unternehmens oder der erwarteten Preisentwicklung. Verfolgt der Emittent mit dem Zertifikat
eine gezielte Strategie, wie etwa die Aktien der fünf größten Unternehmen der Technologiebranche oder die fünf
gefragtesten Rohstoffe abzubilden, muss er den Korb zu bestimmten Terminen neu anpassen.
Knock-out-Zertifikate (Turbo-Zertifikate)
Ähnlich wie bei Optionsscheinen rechnen Anleger bei Knock-out- oder Turbo-Zertifikaten mit stark fallenden oder stark steigenden Preisen.
Allerdings werden die Preisschwankungen kurzfristig, also innerhalb der nächsten Tage oder Wochen, erwartet. Turbo-Zertifikate sind
Schuldverschreibungen, deren Rückzahlungsbetrag von der Entwicklung eines Basiswerts abhängt.
Zu Laufzeitbeginn werden der Ausübungspreis (Strike) und die Barriere festgelegt, die über die Laufzeit konstant bleiben
(Ausnahme Open-End-Zertifikate). Turbo-Zertifikate können als Long-Zertifikate oder als Short-Zertifikate konzipiert sein:
1. Turbo-Long-Zertifikat
Der Emittent kauft für jedes verkaufte Turbo-Long-Zertifikat den entsprechenden Basiswert. Der Kaufpreis des Basiswerts wird von
der Bank bis zur Höhe des Ausübungspreises finanziert. Diese Kosten werden dem Investor in Form des Aufgeldes verrechnet.
Darüber hinaus trägt der Anleger die Differenz zwischen dem aktuellem Preis des Basiswerts und dem Ausübungspreis
(= innerer Wert). Allfällige Dividenden werden berücksichtigt. Der durch den im Vergleich zu einem Direktinvestment für den Kunden
geringere Kapitaleinsatz führt letztendlich zur Hebelwirkung.
2. Turbo-Short-Zertifikat
Der Emittent verkauft für jedes verkaufte Turbo-Short-Zertifikat den entsprechenden Basiswert. Der Verkaufspreis des Basiswerts wird von
der Bank vereinnahmt und veranlagt. Diese Zinseinnahmen werden dem Investor in Form des Abgeldes gutgeschrieben.
Darüber hinaus trägt der Investor die Differenz zwischen dem aktuellen Preis des Basiswerts und dem Ausübungspreis (= innerer Wert).
Allfällige Dividenden werden berücksichtigt.
Falls der Preis des Basiswerts einmalig während der Laufzeit die Barriere erreicht oder überschreitet,
löst der Emittent den ge- bzw. verkauften Basiswert auf und stellt das Zertifikat fällig. Das Zertifikat wird zum Restwert getilgt.
Der mögliche Restwert ergibt sich aus der positiven Differenz zwischen dem Ausübungspreis (Strike) und dem durchschnittlichen
Auflösungspreis des Basiswerts.
Die Zertifikate werden am Laufzeitende automatisch getilgt, sofern nicht zuvor die Barriere berührt wurde.
Der Tilgungsbetrag entspricht bei Turbo-Long-Zertifikaten der Differenz aus dem Schlusspreis des Basiswerts und dem Ausübungspreis.
Bei Turbo-Short-Zertifikaten entspricht der Tilgungsbetrag der Differenz aus dem Ausübungspreis und dem Schlusskurs des Basiswerts.
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